Inhaltszusammenfassung:
In dieser Arbeit wird die Überlegenheit von Lektinmarkern gegenüber dem Hormonmarker ACTH bei der Charakterisierung der Adenohypophyse sowie in der Diagnostik ihrer Erkrankungen erörtert. Verschiedene Modalitäten und Methoden werden dabei detailliert untersucht.
Im ersten Abschnitt der Arbeit erfolgt die Etablierung der Lektinmarker Con A, PNA und UEA-1 an der humanen Adenohypophyse. Dabei wird deren Übereinstimmung mit hormonpositiven Arealen beschrieben. Besonders hervorzuheben ist die ausgeprägte Kolokalisation von Con A und UEA-1 mit ACTH-positiven Arealen, was die Eignung von Lektinmarkern als alternatives Diagnostikum anstelle des Hormonantikörpers ACTH in den Fokus rückt.
Neben der konventionellen immunhistochemischen Analyse von Organschnitten werden die Lektinmarker auch in zwei weiteren Modalitäten untersucht. Zunächst wird das Modell der Gewebeklärung an der humanen Adenohypophyse nach der PACT-Methode etabliert, welches in dieser Arbeit erstmals erfolgreich beschrieben wird. Diese Methode ermöglicht es, Grundlagenforschung im dreidimensionalen Raum durchzuführen und anatomische Strukturen des Organs präziser zu charakterisieren. Auch in diesem Modell wird der Lektinmarker UEA-1 eingesetzt und die Kolokalisation eingehend analysiert.
Darüber hinaus wird das bekannte Protokoll zur 3D-Organoidherstellung der Adenohypophyse etabliert. Nach einer Modifikation des Modells und dessen erfolgreicher Umsetzung kommen Lektinmarker zum Einsatz, um die Kolokalisation zwischen ACTH-positiven Arealen und Lektinmarkern während der Entwicklung der Adenohypophyse zu untersuchen.
Im Verlauf der Arbeit kristallisieren sich die beiden Lektinmarker UEA-1 und Con A als geeignete Surrogatmarker heraus. Sie zeigen sowohl im humanen 2D-Schnittmodell, im geklärten Gewebe als auch als Entwicklungsmarker in ADENoiden signifikante Ergebnisse.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden in der Diskussion hinsichtlich ihrer Limitationen erörtert und in einem Ausblick kritisch reflektiert.