Strukturelle Gewalt : städtische Umwelt und Jugenddelinquenz

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/182368
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1823688
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-123682
Dokumentart: Wissenschaftlicher Artikel
Erscheinungsdatum: 1981
Sprache: Deutsch
Fakultät: Kriminologisches Repository
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Inhaltszusammenfassung:

Zwischen Lebensbedingungen und Städtebau einerseits, dem abweichenden Verhalten und Delinquenz von Jugendlichen andererseits wird heute ein Zusammenhang kaum mehr bestritten. Um diese Phänomene nicht nur oberflächlich und fachgebietsspezifisch zu erklären, ist es für die untersuchenden Wissenschaftler erforderlich, die eigene Sichtweite von städtischer „Realität“ zu reflektieren und städtische Strukturen, Bauformen und Handlungsweisen innerhalb des Wahrnehmungs- und Wertesystems von Kindern und Jugendlichen zu sehen. Dabei erweist sich die ökonomisch erklärbare Monofunktionalität und Ein- dimensionalität der Städte, Wohngebiete und Wohnungen als Quelle von Belastungen, Entwicklungshindernissen und Frustrationen, die insgesamt als „strukturelle Gewalt“ bezeichnet werden können. Zwar leben die Erwachsenen in ihren verschiedenen Rollen unter denselben Verhältnissen; sie haben aber die raum-zeitlichen Verhaltensnormen der Stadt und die Mechanismen von Affektkontrolle und Selbstzwang bereits so internalisiert, daß sie sich in und gegenüber den wechselnden räumlichen und sozialen Situationen in der Stadt konform verhalten können. Akzeptiert man, daß sich Kinder und Jugendliche bewußt oder unbewußt gegen die einschränkenden stadträumlichen Normen und baulichen Verhältnisse zur Wehr setzen, dann gewinnen abweichendes Verhalten und Delinquenz einen anderen Sinn. Sie werden verstehbar als adäquates Verhalten in einer belastenden, anders wahrgenommenen städtischen Realität. Insofern geht von Jugendlichen und Kindern eine ernst zu nehmende Kritik an den städtischen Lebensverhältnissen aus. Dem hätte dann auch Prävention /Prophylaxe Rechnung zu tragen.

Abstract:

Nobody denies any langer a connection between urban structures and delinquent behavior. The author deals with the influence of mono-functional and one-dimensional cities and flats as source of structural violence. He interprets „deviant behavior“ as adequate reaction on the norms of cities and as a message of protest to be taken serious.

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