Vollautomatisierte myokardiale Perfusionsquantifizierung mittels kardialer Regadenoson-Stress-Magnetresonanztomographie

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/180226
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1802266
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-121550
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-06-02
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Mahrholdt, Heiko, (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2026-05-05
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Freie Schlagwörter: Kardiale Magnetresonanztomographie
Myokardialer Blutfluss
Quantitative Perfusion
Myokardiale Perfusionsreserve
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Fragestellung: Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Einfluss der Pausenlänge zwischen Stress- und Ruheperfusion auf die Messung des MBF und der MPR bei Verwendung von Regadenoson in der kardialen Magnetresonanztomographie (CMR) zu untersuchen. Im Fokus stand insbesondere die Frage, ob das klassische Stress-Ruhe-Protokoll unter Regadenoson zu einer systematischen Unterschätzung der MPR führt und ob alternative Protokolle wie die Ruhe-Stress-Ruhe-Sequenz (RSR) valide Messwerte liefern können. Methodik: In der prospektiven CMR-Studie wurden verschiedene Protokollvarianten zur Durchführung der Perfusionsbildgebung unter Regadenoson untersucht. Hierbei wurden insbesondere verschiedene Pausenintervalle nach Gabe des Vasodilatators mit anschließender Ruhebildgebung verglichen (10, 12, 15, 18 Minuten) sowie eine erneute Ruheperfusion am Ende der Untersuchung zur Validierung durchgeführt. Zusätzlich wurde ein RSR-Protokoll untersucht, bei dem die Ruheperfusion vor Applikation von Regadenoson erfolgte. Die erhobenen quantitativen Parameter (MBF und MPR) wurden hinsichtlich ihrer physiologischen Plausibilität, Reproduzierbarkeit und Abhängigkeit von Protokolldetails analysiert. Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass eine zu kurze Pause nach Regadenoson-Gabe zu einem anhaltend erhöhten Ruhe-MBF führt, was wiederum die MPR systematisch unterschätzt. So lag die MPR bei einem Pausenintervall von 10 Minuten bei nur 1,6, während nach 36 Minuten Pause ein Wert von 3,7 erreicht wurde. Das RSR-Protokoll lieferte mit einer MPR von 3,0 (2,6-3,5) robuste und valide Ergebnisse im erwarteten physiologischen Bereich. Gleichzeitig zeigten sich unter dem klassischen Protokoll selbst bei verlängerten Pausen von bis zu 20 Minuten persistierende Residualeffekte, die mit einer erhöhten Ruheperfusion einhergingen. Der Vergleich mit Adenosin zeigte, dass zwar vergleichbare Stress-MBF-Werte erreicht werden können, jedoch unter Regadenoson deutlich häufiger verfälschte Ruhewerte auftreten, sofern das Protokoll nicht angepasst wird. Diskussion: Die Untersuchung verdeutlicht, dass Regadenoson im Gegensatz zu Adenosin eine verlängerte und teils individuell variable pharmakodynamische Wirkung entfaltet. Während bei Adenosin eine kurze Wartezeit von 3-5 Minuten zur Normalisierung der Perfusion genügt, sind unter Regadenoson auch nach 20 Minuten noch Resteffekte messbar. Die daraus resultierende Unterschätzung der MPR hat direkte klinische Implikationen: Es besteht das Risiko der Fehlklassifikation von Patient:innen mit normaler koronarer Funktion als Fälle mit mikro- oder multivaskulärer Ischämie. Die Arbeit diskutiert daher alternative Strategien wie den Einsatz von Aminophyllin zur Protokollverkürzung sowie die Vorteile des RSR-Protokolls hinsichtlich Messgenauigkeit und diagnostischer Sicherheit. Schlussfolgerung: Die vorliegenden Daten zeigen, dass bei Einsatz von Regadenoson in der CMR eine Anpassung des Untersuchungsprotokolls erforderlich ist, um valide Ruhe-MBF- und MPR-Werte zu erhalten. Das klassische Stress-Ruhe-Protokoll ist unter Standardbedingungen ungeeignet, wenn quantitative Auswertungen angestrebt werden. Die Umstellung auf ein Ruhe-Stress-Ruhe-Protokoll stellt eine praktikable Option dar, um die diagnostische Aussagekraft der MPR aufrechtzuerhalten. Die Ergebnisse betonen die Notwendigkeit, Protokolle nicht starr von Adenosin auf Regadenoson zu übertragen, sondern individuell und substanzspezifisch zu adaptieren. Nur so kann die Stress-CMR ihr volles diagnostisches und prognostisches Potenzial entfalten.

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