Multisensorische Interaktion im auditorischen Kortex: eine MEG- Untersuchung

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/178423
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1784233
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-119747
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-04-17
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Zahnmedizin
Gutachter: Braun, Christoph (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2026-03-31
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Magnetoencephalographie
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Die vorliegende MEG- Studie untersucht die audio-visuelle Interaktion bei unterschiedlichen visuellen Stimuli. Im Rahmen eines frequncy-tagging Ansatzes präsentierten wir den 25 Studienteilnehmer (12 Frauen, 13 Männer) verschiedene visuelle Stimuli (Wörter, Piktogramme, Schachbrettmuster) mit einer Frequenz von 12 Hz. Die Annahme bestand darin, dass sich die vorgegebene Frequenz von 12 Hz nicht nur in der visuell- evozierten Antwort widerspiegelt, sondern auch im auditorischen Kortex, wenn eine Interaktion (Verknüpfung) zwischen dem visuellen und dem auditorischen Kortex besteht. Um den auditorischen Kortex lokalisieren zu können, präsentierten wir den Probanden ebenfalls einen einfachen auditorischen Stimulus. Wie zu erwarten war, konnten wir zeigen, dass die Taggingfrequenz von 12 Hz sich im Frequenzspektrum der evozierten Antworten widerspiegelt. Auf Sensorebene stellten wir mehrere Vergleiche zwischen der auditorisch evozierten Aktivität und der visuell evozierten Aktivität an, um beurteilen zu können, ob sich die Aktivität im auditorischen Areal zwischen den drei visuellen Bedingungen unterscheidet. Für die Vergleiche mittelten wir die auditorisch evozierte Aktivität im N100-Latenzfenster (von 50 ms bis 150 ms nach Stimulationsbeginn). Dem Frequencytaggingansatz folgend fourier- transformierten wir die visuellen Daten bei 12 Hz oder filterten sie im Frequenzbereich von 12 Hz. Bei den herangezogenen Vergleichen zwischen dem auditorischen Stimulus und den visuellen Stimuli mittels MVPA und der Korrelation ergab sich die größte Übereinstimmung mit der auditorischen Aktivität bei der Stimulation mit Wörtern, gefolgt von den Piktogrammen. Die geringste Übereinstimmung ergab sich bei der Stimulation mit Schachbrettmuster. Die Unterschiede in der Übereinstimmung zwischen den Bedingungen „Wort“ und „Piktogramm“ waren dabei gering, wohingegen der Unterschied der beiden zur Bedingung „Schachbrett“ deutlich war. Auch auf Quellenebene konnten wir zeigen, dass die Aktivität im auditorischen Kortex bei der visuellen Stimulation mit Wörtern am größten war, gefolgt von den Piktogrammen. Die Stimulation mit Schachbrettmuster wies die geringste Aktivität im auditorischen Kortex auf. Somit zeigte sich bei den Bedingungen mit sprachlichem Bezug (Wörter, Piktogramme) eine größere audio-visuelle Interaktion, als bei der Bedingung ohne sprachlichen Bezug (Schachbrettmuster). Die Ergebnisse stehen im Einklang mit früheren Untersuchungen, die eine cross-modale Aktivierung des auditorischen Kortex beim Betrachten visueller Sprache und beim Lesen zeigen konnten. Außerdem konnten wir zeigen, dass sich, bei der durch Wörter und Piktogramme hervorgerufenen audio-visuellen Interaktion, eine deutliche Dominanz des linken auditorischen Kortex zeigt. Dies steht im Einklang mit früheren Studien, die eine Dominanz der linken Hemisphäre bei der Verarbeitung von Sprache belegten.

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