Inhaltszusammenfassung:
Angesichts aktueller globaler Herausforderungen wie Klimawandel, sozialer Ungleichheit und
ethischer Unternehmensskandale gewinnt die Frage nach der Verantwortung von Unternehmen
zunehmend an Bedeutung. Da Schüler*innen die wirtschaftlichen Entscheidungsträger*innen
von morgen sind, spielt die schulische Auseinandersetzung mit Unternehmensethik eine
zentrale Rolle in der ökonomischen Bildung.
Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, die Vorstellungen von Schüler*innen der 8.
Jahrgangsstufe zur Verantwortung von Unternehmen in der sozialen Marktwirtschaft zu
untersuchen. Im Zentrum stehen zwei Forschungsfragen:
(1) In welchen Beziehungen des Wirtschaftskreislaufs verorten Schüler*innen
unternehmerische Verantwortung?
(2) Welche Vorstellungen von Unternehmensverantwortlichkeiten zeigen sich in Bezug auf
Carrolls CSR-Pyramide?
Zur Beantwortung dieser Fragen wurde eine qualitative Sekundäranalyse leitfadengestützter
Interviews durchgeführt, die im Rahmen einer früheren Studie von Estler und Brahm (2025)
erhoben wurden.
Die Ergebnisse zeigen, dass Schüler*innen unternehmerische Verantwortung vor allem in den
Beziehungen zu Konsument*innen und Arbeitnehmer*innen verorten. Insgesamt beziehen sie
dabei ökonomische, ökologische, gesetzliche und soziale Aspekte ein, wobei sich Unterschiede
in der Tiefe und Systematik der Argumentationen erkennen lassen. Es wird deutlich, dass
Schüler*innen bereits ein grundlegendes Bewusstsein für die ethische Dimensionen
wirtschaftlichen Handelns besitzen, dieses jedoch häufig noch unsystematisch bleibt.
Die Arbeit leistet einen Beitrag zur empirischen Forschung im Bereich der ökonomischen
Bildung und bietet Ansatzpunkte, um die wirtschaftliche Urteils- und Handlungskompetenz von
Schüler*innen im Sinne einer reflektierten Unternehmensethik zu fördern.