Inhaltszusammenfassung:
Der plötzliche Herztod zählt zu den häufigsten Todesursachen weltweit, wobei
die Ursache in 60% der Fälle kardialer Genese ist. In Deutschland erleiden
jährlich rund 60.000 Menschen einen plötzlichen Herztod, wobei die
Überlebensrate nur bei etwa 10% liegt.
Im Rahmen der außerklinischen Reanimation trägt der Rettungsdienst eine
entscheidende Rolle nicht nur bei der Therapie, sondern auch im Outcome der
Patienten. Somit kann eine qualitativ hochwertige Reanimation die
Überlebensrate der Patienten signifikant verbessern. Dabei ist die regelmäßige
Ausbildung und das kontinuierliche Training von Rettungskräften entscheidend
um einen hohen Standard der Reanimation sicherzustellen.
In dieser prospektiv randomisierten Kontrollstudie wurde untersucht, welchen
Einfluss kurze Intervalltrainings auf die Qualität der simulationsbasierten cardio
pulmonalen Reanimation haben. Hierbei wurde die CPR-Qualität nach einem
Jahr durch monatliche Minischulung (Interventionsgruppe) mit jährlichen
"Tages"-Schulungen (Kontrollgruppe) verglichen.
Um die Ergebnisse und die Qualität der Reanimation zu analysieren, wurden
anhand einer validierten Checkliste und qualifizierten Rettungskräften die
Abläufe der Simulationstrainings standardisiert. Sowohl technische als auch nicht
technische Fertigkeiten und zeitliche Aspekte wurden bewertet. Der Fokus lag
hier nicht nur auf der Qualität der Drucktiefe und Frequenz, sondern auch in der
Teamleistung, Kommunikation und Pharmakotherapie. Zudem wurde anhand
von Fragebogen die subjektive Einschätzung der Probanden, die aus aktivem
Rettungsdienstfachpersonal bestanden, analysiert. Die Simulationstrainings
erfolgten nach ALS Standard.
Die insgesamt 35 Probanden beider Gruppen hatten zu Beginn der Studie in
Bezug auf die allgemeinen- und demografischen Daten ähnliche
Voraussetzungen.
Die Ergebnisse zeigten sowohl in der Analyse der Zeitintervalle, als auch in der
Auswertung der technischen und nicht technischen Fertigkeiten in den meisten Fällen einen signifikanten Unterschied nach der Intervention. In beiden Gruppen
war eine Verbesserung erkennbar, die Interventionsgruppe zeigte jedoch eine
deutlich stärkere Veränderung im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Auch die externe Validierung zeigte insgesamt einen signifikanten Unterschied
zwischen beiden Gruppen und eine deutliche Verbesserung in der
Interventionsgruppe. Allerdings unterscheiden sich die Ergebnisse in der
Einschätzung von Intern- und Extern in der Auswertung. Besonders bei den non
technical skills wurden die Ergebnisse von den externen Beurteilern schlechter
bewertet.
Dies
könnte
möglicherweise
durch
unterschiedliche
Bewertungsmaßstäbe, Prioritäten oder Erfahrungswerte entstanden sein.
Obwohl die subjektive Sicherheit in beiden Gruppen nach der Intervention eine
Verbesserung zeigte, gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied. Dies
könnte durch die Simulationsbedingungen und die kontrollierte Umgebung
bedingt sein.
Insgesamt konnte gezeigt werden, dass sowohl in der CPR-Qualität als auch in
den Bereichen Kommunikation und Teamleistung durch monatliche
Minischulungen in der Interventionsgruppe signifikante Verbesserungen erzielt
werden konnten. Retrospektiv betrachtet könnten diese kurzen Interventionen
einen Trainingsansatz darstellen, der sich gut in den Arbeitsalltag integrieren
lässt und somit hilft, einen qualitativ hochwertigen CPR-Standard dauerhaft
aufrechtzuerhalten.