Intensitätsmodulierte Radiotherapie der Prostata - Relevanz der Dosis in der dominanten Läsion

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/173923
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1739232
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1739232
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-115248
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-01-13
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Müller, Arndt-Christian (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-11-20
Freie Schlagwörter: Prostata
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Das Prostatakarzinom ist die am häufigsten diagnostizierte maligne Erkrankung beim männlichen Geschlecht. In dieser Arbeit wurden bei Patienten mit Prostatakarzinom, die eine dosiseskalierte Bestrahlung mit 78 Gy erhielten, retrospektiv die Dosis in der dominanten intraprostatischen Läsion (DIL) in der prätherapeutischen Magnetresonanztomografie (MRT) und andere potenzielle Einflussgrößen analysiert. Material und Methoden: Alle Patienten dieser retrospektiven Studie wurden zwischen 2010 und 2017 mit kurativer Intention in der Universitätsklinik für Radioonkologie in Tübingen bestrahlt und erhielten abhängig vom Risikoprofil zusätzlich eine antihormonelle Therapie (AHT). Die Risikoeinteilung erfolgte gemäß den Risikogruppen nach d’Amico und der NCCN-Klassifikation. Die Bestrahlungsplanung wurde mit der Software Hyperion® durchgeführt. Bei allen Patienten erfolgte die Bestrahlungsplanung mit dem „Coverage Probability“ (CovP)-Konzept. Die DIL und weitere Patientencharakteristika wurden auf mögliche Korrelationen untersucht. Der primäre Endpunkt war das rezidivfreie Überleben nach den Phoenix-Kriterien. Des Weiteren wurden im Rahmen der Nachsorge die Nebenwirkungen gemäß der CTC-Klassifikation für Proktitis, Blutung von Blase oder Darm sowie die Miktionsfrequenz erfasst. Die statistische Auswertung erfolgte mit IBM® SPSS® Statistics und Microsoft Excel®. Ergebnisse: Insgesamt 97 Patienten erfüllten die Einschlusskriterien dieser Studie. 87,6% der Patienten erhielten parallel zur Radiotherapie eine antihormonelle Therapie (AHT) entsprechend des Risikoprofils nach d’Amico. Der Median der AHT- Dauer lag bei 6 Monaten (3-48 Monate). Der Mittelwert der DIL in der Prostata betrug 1,66 cm³ (0,108 - 14,997 cm³). Es ergab sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen AHT und klinischen Endpunkten in Abhängigkeit zur DIL-Größe. Bzgl. der Dosisverteilung in der DIL ergab sich ein zweiseitig signifikanter Zusammenhang zwischen der maximalen Bestrahlungsdosis „Dmax“ und der Größe des GTVs auf dem Signifikanzniveau 0,01. Somit erhielt eine größere DIL im Durchschnitt auch eine höhere maximale Bestrahlungsdosis. Eine signifikante Korrelation zu den klinischen Endpunkten ergab sich dabei nicht. Bzgl. der Nachsorge wurde insgesamt lediglich bei einem der Patienten ein Lokalrezidiv festgestellt. Dieser Patient sowie die Patienten mit biochemischem Rezidiv (BCR) hatten eine im Vergleich zum übrigen Kollektiv eine ähnlich lange Lebenserwartung. Ein Zusammenhang zwischen CTC-Toxizitäten und Patientencharakteristika konnte nicht festgestellt werden. Diskussion: Zusammenfassend wurde in dieser retrospektiven Studie eine mögliche Korrelationen von Tumorvolumen und Dosisverteilung auf den Verlauf der Erkrankung bei Prostatakarzinompatienten nach perkutaner Strahlentherapie untersucht. Die erhobenen Parameter der DIL zeigen bis auf die Korrelation der maximalen Bestrahlungsdosis „Dmax“ und der Größe des GTVs keine Korrelationen mit weiteren Patientencharakteristika. Die Ergebnisse der Tübinger Kohorte konnten die Ergebnisse einer nahezu gleichartig ausgewerteten Freiburger Patientengruppe, bei der die Dosis in der DIL Einfluss auf die Rezidivhäufigkeit hatte – nicht bestätigen. Ob dies am anderen Bestrahlungskonzept (CovP-Konzept) in Tübingen oder dem im Vergleich etwas niedrigerem Risikoprofil bei insgesamt höherem AHT-Einsatz - der den Dosiseffekt in der DIL ggf. kompensiert - oder weiteren Faktoren (z.B. zu geringem Dosisunterschied zwischen den verschiedenen DILs in der Tübinger Kohorte) lag, kann abschließend nicht geklärt werden. Die erfreulicherweise hohe Heilungsrate in der Tübinger Kohorte (3% Rezidive vs. 16% Rezidive in der Freiburger Kohorte nach Phönixkriterien) erklärt bei weniger Ereignissen die damit verbundene geringere Trennschärfe potentieller Faktoren für ein Rezidiv – wie der DIL. Fazit: Die These, dass die maximale Dosisverteilung im Tumorvolumen ein neuer Vorhersageparameter auf das rezidivfreie Überleben bei Prostatakrebspatienten ist, kann in der Tübinger Patientengruppe mit hauptsächlich intermediärem Risikoprofil nach NCCN bzw. Hochrisikoprofil nach d`Amico nicht bestätigt werden.

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