Inhaltszusammenfassung:
Der Beitrag zeigt am Beispiel der Erklärung des Terrorismus durch zwei ,,Meinungsführer“ der Psychoanalyse, Helm Stierlin und Horst E. Richter, daß diese aufgrund ihres Gesellschaftsbildes, das sie als das einzig wirkliche behaupten, nur zu einer psychoanalytisch - reduktionistischen Erklärung des Terrorismus kommen können. In dem Glauben, daß es in der Bundesrepublik keine antagonistischen gesellschaftlichen Konflikte gibt, müssen Stierlin und Richter Terroristen und deren Wahrnehmung der gesellschaftlichen Wirklichkeit als pathologisch einstufen. Solche Analysen verletzen auf einer theoretischen Ebene Kriterien des wissenschaftlichen Diskurses und immunisieren auf der politischen Ebene staatliche und strukturelle Gewalt gegen radikale Kritik.