Reaktionen auf männliche und weibliche Straftäter: zwei Feldexperimente zur Hilfsbereitschaft in Alltagssituationen

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/182396
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1823964
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-123710
Dokumentart: Wissenschaftlicher Artikel
Erscheinungsdatum: 1981
Sprache: Deutsch
Fakultät: Kriminologisches Repository
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Inhaltszusammenfassung:

Nach dem Etikettierungsansatz ist zu erwarten, daß ehemalige Straftäter im Vergleich zu Nicht-Straftätern auch im informellen Sozialbereich mit Benachteiligungen zu rechnen haben. Diese Annahme wird in zwei Feldexperimenten zum Hilfeverhalten geprüft. Darüber hinaus wird untersucht, ob es unterschiedliche Reaktionen gegenüber männlichen und weiblichen Straftätern gibt. Entgegen der Erwartung wird Straftätern in den untersuchten Alltagssituationen mindestens genauso häufig wie Nicht-Straftätern geholfen. Das Geschlecht des Bittstellers ist eine bedeutsamere Einflußgröße als dessen Straffälligkeit. Auf Männer wird gleichförmiger reagiert als auf Frauen, für die stärker zwischen verschiedenen Bittesituationen und Straffälligkeit unterschieden wird. Die Daten weisen auf die Bedeutung von Rollenerwartungen und rollenadäquatem Verhalten als Moderatoren von Etikettierungsprozessen hin.

Abstract:

Two field experiments were conducted to test the hypothesis that ex-delinquent males and females receive less help than non-delinquents in an informal social context. Contrary to predictions front the labeling approach, no differences in helping behavior were found between delinquent and non-delinquent actors. Regardless of the delinquency variable, women received more help than men in situations, where the reason for needing assistance appeared to be acceptable. There was no predicted interaction between the delinquency variable and sex of actor (experiment 1). In experiment 2 however, sex differences dissappeared. Here the studied situations leading to the need of help could be perceived to be caused by role inadäquate behavior of the actor. Inspection of the combined data of the two experiments revealed that helping behavior towards females was more situation-specific than for males.

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