Die öffentliche Hinrichtung - ein "Theater des Schreckens"?

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/180018
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1800180
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-121342
Dokumentart: Wissenschaftlicher Artikel
Erscheinungsdatum: 1995
Sprache: Deutsch
Fakultät: Kriminologisches Repository
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Inhaltszusammenfassung:

Der Vergleich frühneuzeitlicher öffentlicher Hinrichtungen mit Theatervorstellungen ist aufgrund der frappierenden strukturellen Ähnlichkeit von klassischer Tragödie und vorrevolutionärer Strafvollstreckung als durchaus berechtigt zu bezeichnen. Darüber hinaus streben Strafvollzug wie Tragödie danach, eine kathartische Wirkung beim Publikum hervorzurufen. Die obrigkeitliche Zielsetzung ist bislang auch von der historischen Forschung weitgehend in den Vordergrund gestellt worden, wodurch die öffentliche Hinrichtung zumeist als erfolgreiches Instrument der Herrschaftssicherung interpretiert wurde. Doch gerade deren Vergleich mit der Tragödie macht es möglich, mit Hilfe von Erwägungen zur Katharsishypothese sowie mit dramen- und kommunikationstheoretischen Ansätzen das Publikum in das Zentrum der Untersuchung zu rücken und auf der Basis verschiedener historischer Beispiele die reinigende und herrschaftsstabilisierende Wirkung des„ Theatrum Poenarum" anzuzweifeln.

Abstract:

The comparison of early-modern public executions and theatre-productions is justified because of their close structural similarity. Furtheron both try to achieve a catharsis among the crowd. So far historical literature has mostly concentrated on the intention of the authorities and interpreted the public executions as successful means to establish and stabilize power-relations. But especially the comparison with the tragedy leads with the help of theories of catharsis, drama and communication to doubts concerning the power-stabilizing and -establishing effects of the "theatrum poenarum".

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