Inhaltszusammenfassung:
Die Kritische Kriminologie trat einst an, die traditionelle Kriminologie und ihre Täter wie ihre Strafrechtsorientierung kritisch in den Blick zu nehmen, ebenso die entsprechenden, empirisch vorfindbaren Formen sozialer Kontrolle. Diese haben sich heute verändert und damit auch die Konzepte der Kriminologie. Von ihr werden die Transformationen, etwa unter Stichworten wie„ Kontrollgesellschaft" oder„ Neue Kriminalpolitik", bereits diskutiert. Daß solche wissenschaftlichen Diagnosen und Diskussionen keineswegs erfundene Kunstprodukte sind, sondern Spiegel einer Realität, deren politische Wirkung und machtstrategische Reichweite man allerdings bisher noch kaum abschätzen kann, zeigt sich geradezu täglich in dem, was medial vermittelt diskutiert und vor Ort auch tatsächlich (wenn auch anders) beobachtbar ist: wenn z.B. die die Ordnung betreffende„ Unwirtlichkeit in den Städten" zum sicherheitspolitischen Thema gemacht oder das (als solches definierte) Drogenproblem im Hamburger Stadtteil St. Georg mit Maßnahmen der Platzverweisungen und Gebietsverbote angegangen wird. Dieser Beitrag nimmt die Politik der räumlichen Machtinterventionen als symptomatisches Beispiel, um einige dieser Transformationen im Bereich sozialer Kontrolle aufzuzeigen.