Inhaltszusammenfassung:
Das Werk de Sades liest sich wie eine ,dichte Beschreibung' grenzenloser Gewalt, ihrer Praxis, ihrer Wirkung auf Opfer und Täter. De Sade beschreibt Täter ohne Verantwortung, aber auch Menschen, welche die Verantwortungfiir grausame Taten anstreben. Er gelangt zu Fragestellungen, deren sich die Gewaltforschung heute, zweihundert Jahre später, wieder annimmt. Im Streit zwischen traditioneller und neuer Gewaltdeutung könnte er als Grenzgänger und Vermittler zwischen den Fronten fungieren. Darüber hinaus thematisiert de Sade gewisse Aspekte, die bislang nur verkürzt oder gar nicht behandelt werden und deren Nichtbeachtung das Verstehen von Gewalt erschwert.