Vergleichende Analyse von Transitional Justice in Geschichtsschulbüchern: Sekundarstufe II in Baden-Württemberg und Taiwan: Eine qualitativ-inhaltsanalytische Untersuchung entlang der UNESCO-Dimensionen

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/178641
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1786418
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1786418
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-119965
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-04-28
Sprache: Deutsch
Fakultät: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Fachbereich: Erziehungswissenschaft
Gutachter: Amos, Karin (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-11-28
DDC-Klassifikation: 370 - Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Schlagworte: Transitional Justice , Schulbuchanalyse
Freie Schlagwörter: Historische Bildung
Bildung für Transitional Justice
qualitativen Inhaltsanalyse
historical education
qualitative content analysis
Transitional Justice
Transitional Justice Education
textbooks analysis
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Diese Dissertation untersucht, wie das Konzept der Transitional Justice im schulischen Kontext vermittelt wird. Im Zentrum steht die Analyse von Geschichtsschulbüchern aus Deutschland und Taiwan in Bezug auf die Darstellung politischer Repression und die Aufarbeitung staatlichen Unrechts. Ziel ist es, zu bestimmen, in welchem Umfang die fünf Prinzipien der Transitional Justice berücksichtigt werden. Dazu zählen die Wahrheitsfindung, die Strafverfolgung, die Wiedergutmachung, die Garantien der Nichtwiederholung sowie die Erinnerungsarbeit. Ergänzend wird analysiert, inwieweit die sechs didaktischen Dimensionen der UNESCO zur Geschichtsvermittlung in den Schulbüchern Anwendung finden. Die Analyse basiert auf einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) und verwendet einen deduktiv entwickelten Kodierleitfaden. Die Analyse zeigt, dass deutsche Schulbücher kognitive Analyse und strukturelle Systemkritik betonen, während in Taiwan affektiv-reflexive Ansätze mit biografischer Nähe und moralischer Sensibilisierung dominieren. In beiden Ländern stehen Wahrheitsfindung und Garantien der Nichtwiederholung im Fokus, wobei taiwanesische Lehrwerke zusätzlich die Wiedergutmachung und erinnerungskulturelle Anerkennung besonders hervorheben. Der Begriff „Transitional Justice“ wird nur in Taiwan explizit eingeführt. Beide Länder verfolgen komplementäre Ansätze, deren integrative Verbindung ein zukunftsweisendes Potenzial für historisch-demokratische Bildung bietet. Auf Grundlage dieser Beobachtungen empfiehlt die Studie eine Verbindung kognitiver und affektiver Zugänge im Geschichtsunterricht. Das entwickelte Analyseraster stellt eine praxisnahe Grundlage zur Qualitätsentwicklung von Unterrichtsmaterialien dar und kann als Instrument zur Evaluation schulischer Geschichtsdarstellungen im Sinne historischer Gerechtigkeit dienen.

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