Moral Ordering. A Study of Neighborly Relations

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/173909
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1739096
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1739096
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-115234
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2027-12-19
Sprache: Englisch
Fakultät: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Fachbereich: Soziologie
Gutachter: Nieswand, Boris (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-12-19
DDC-Klassifikation: 300 - Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Schlagworte: Nachbarschaft , Figuration <Soziologie> , Qualitative Sozialforschung , Johannesburg , Südafrika , Moral , Bedrohung , Stadtforschung
Freie Schlagwörter: Ethnografie
Ethnography
Neighborhood Studies
Urban Studies
Threat
Neighborhood Relations
Morality
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

 
Die Dissertation ist gesperrt bis zum 19. Dezember 2027 !
 
Die Studie analysiert den Zusammenhang von Nachbarschaftsbeziehungen, Moral und Bedrohungen. Empirisch baut die Arbeit auf einer ethnografischen Fallstudie einer Nachbarschaftskonstellation in Johannesburg auf, bestehend aus der Mittelschichts-Suburb Mindalore mit weißer und schwarzer Bevölkerung und der informellen Siedlung Soul City mit einer marginalisierten schwarzen Bevölkerung. Der entwickelte figurationssoziologische Blick fokussiert auf die alltäglichen Praktiken der Nachbar*innen, in denen sie sich wechselseitig bewerten, in Gruppen einteilen und hierarchisieren. Diese Praktiken des nachbarschaftlichen Ordnens sind inhärent moralisch, also operieren entlang der Unterscheidung gut/richtig – falsch/schlecht/böse. Die Arbeit zeigt in drei Kapiteln anhand verschiedener Bedrohungen auf, wie diese das figurational-moralische Ordnen anstoßen und die Nachbarn sich jeweils unterschiedlich zueinander in Beziehung setzen. Die Bedrohung durch Kriminalität moralisiert die class Differenzierungen und vereinigt so die Bewohner*innen der Mittelschichtsnachbarschaft (unabhängig von deren race Differenzierungen) gegen die Bewohner*innen der informellen Siedlung als vermeintliche Täter. Die Umwelt- und Gesundheitsbedrohung durch giftige Überreste des lokalen Goldabbaus führte zu einem Aktivismus, der Nachbar*innen aus beiden Vierteln zusammenbrachte und zusammenschweißte gegen die Verantwortlichen aus Wirtschaft und Politik. In der informellen Siedlung Soul City führte die Bedrohung durch Bandengewalt, die mit dem informellen Goldabbau vor Ort einhergeht, zu einer Spaltung der lokalen Bevölkerung entlang von xenophoben Unterscheidungen und Verdächtigungen der Kooperation mit den Banden. In der Mittelschichtsnachbarschaft Mindalore wurde der Wandel der race Komposition nach Ende der Apartheid von der alteingesessenen etablierten weißen Bevölkerung als bedrohlich wahrgenommen, wobei ihre daraus resultierenden rassistischen Zurückweisungen der neuen schwarzen Nachbarn von diesen wiederum als Bedrohung des friedlichen (nachbarschaftlichen) Zusammenlebens des Post-Apartheid Versprechens angesehen wurden mit dem Resultat der figurativen Spaltung der Nachbarschaft entlang von race Differenzierungen. Die verschiedenen Kapitel verdeutlichen die unterschiedlichen koexistierenden Modi des nachbarschaftlichen Sich-in-Beziehung-setzens, welche in und zwischen den beiden Vierteln Soul City und Mindalore vorherrschen.
 

Abstract:

This study analyzes the relationship between neighborhood relations, morality, and threats. Empirically, the work is based on an ethnographic case study of a neighborhood constellation in Johannesburg, consisting of the middle-class suburb of Mindalore with a white and black population and the informal settlement of Soul City with a marginalized black population. The figurational perspective developed focuses on the everyday practices of neighbors, in which they evaluate each other, divide themselves into groups, and establish hierarchies. These practices of neighborhood organization are inherently moral, i.e., they operate along the distinction between good/right and wrong/bad/evil. In three chapters, the study uses different threats to show how these trigger figurational-moral ordering and how neighbors relate to each other in differing ways. The threat of crime moralizes class differentiations and thus unites the residents of the middle-class neighborhood (regardless of their racialized differences) against the residents of the informal settlement as alleged perpetrators. The environmental and health threat posed by toxic residues from local gold mining led to activism that brought neighbors from both neighborhoods together and united them against those responsible in business and politics. In the informal settlement of Soul City, the threat of gang violence associated with informal gold mining in the area led to a division of the local population along xenophobic lines and suspicions of cooperation with the gangs. In the middle-class neighborhood of Mindalore, the change in racial composition after the end of apartheid was perceived as threatening by the established white population, whose resulting racist rejection of their new black neighbors was in turn seen by the latter as a threat to peaceful (neighborly) coexistence promised by post-apartheid, resulting in the figurative division of the neighborhood along racial lines. As a whole, this work illustrates the different coexisting modes of neighborly relations that prevail in and between the two neighborhoods of Soul City and Mindalore.

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