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<title>TOBIAS-lib - Publikationen und Dissertationen</title>
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<id>http://hdl.handle.net/10900/42126</id>
<updated>2026-06-11T18:08:57Z</updated>
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<title>Einflussfaktoren auf Verläufe einer Substitutionsbehandlung unter besonderer Berücksichtigung psychischer Komorbidität</title>
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<name>Schlösser, Caroline</name>
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<id>http://hdl.handle.net/10900/180667</id>
<updated>2026-06-11T15:05:02Z</updated>
<published>2026-06-11T00:00:00Z</published>
<summary type="text">Einflussfaktoren auf Verläufe einer Substitutionsbehandlung unter besonderer Berücksichtigung psychischer Komorbidität
Schlösser, Caroline
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Substitutionstherapie, die ein unverzichtbarer Bestandteil in der Behandlung der Opioidabhängigkeit ist. Wichtige Therapieziele sind die Stabilisierung der Patienten durch Reduktion des illegalen Opioidkonsums, Verbesserung der psychischen und physischen Gesundheit und Möglichkeit der sozialen und beruflichen Reintegration. Die Forschungsarbeit untersucht, ob protektive und risikobehaftete Faktoren identifiziert werden können, die den Behandlungserfolg beeinflussen und in der Therapieplanung berücksichtigt werden sollten.&#13;
&#13;
Teilnehmer der klinisch prospektiven Studie waren Patienten der Substitutionsambulanz in Tübingen. Einschlusskriterien umfassten Volljährigkeit, bestehende Opioidabhängigkeit, Sprachkenntnisse und schriftliches Einverständnis. Von den 114 Patienten (Stand: 10.03.2022) wurden 68 Probanden (78%) rekrutiert. Die Datenerhebung, mit anschließender Stichprobenbeschreibung und Hypothesenprüfung, erfolgte in zwei Phasen: &#13;
• t1: Durchführung von Einzelinterviews in einem fünfwöchigem Erhebungszeitraum. Die Dokumentation der Patientenmerkmale erfolgte mit einem Fragebogen.&#13;
• t2: 6-Monats-Follow-Up, bei dem Daten zu Substitutionsstatus, Beigebrauch und beruflicher Entwicklung in einem Fragebogen dokumentiert wurden.&#13;
&#13;
56 Probanden waren männlich und durchschnittlich 40 Jahre alt. Bei den Frauen betrug das Durchschnittsalter 36 Jahre. 90% wiesen eine weitere substanzbezogene Abhängigkeit auf, am häufigsten vertreten war die Nikotinabhängigkeit. Fast die Hälfte hatte eine dokumentierte psychische Komorbidität, am häufigsten genannt waren Depressionen mit einer Häufigkeit von 24%. Die Probanden befanden sich durchschnittlich seit 11 Jahren und 2 Monaten in Substitutionstherapie. &#13;
Nach dem sechsmonatigen Beobachtungszeitraum zeigte sich, dass eine vorhandene Alkohol- und Nikotinabhängigkeit erhebliche Auswirkungen auf den Verlauf der Substitutionsbehandlung haben. Hohe Abhängigkeitswerte korrelieren mit einem erhöhten Risiko für einen Drogenbeikonsum und damit einhergehend mit einer erhöhten Rückfallwahrscheinlichkeit, was auch andere Studien bestätigen. Zudem zeigte sich, dass eine längere Therapiedauer nachweislich den Beikonsum reduziert und die Patienten stabilisiert. Wie auch schon in anderen Studien beschrieben wurde, konnte ein stark protektiver Einfluss nach erfolgter beruflicher Wiedereingliederung beobachtet werden. Die Probanden, bei denen eine berufliche Reintegration erfolgte, behielten mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dauerhaft ihre Arbeitsstelle. Neben der beruflichen Situation konnte zudem der protektive Einfluss von sozialen Faktoren, wie Zufriedenheit mit dem Familienstand und ein unterstützendes Umfeld nachgewiesen werden. Eine stabile Wohnsituation erweist sich ebenfalls als wichtiger Schutzfaktor, während bestehende Obdachlosigkeit und instabile soziale Verhältnisse den Therapieerfolg gefährden. &#13;
Psychische Komorbiditäten wirken sich unterschiedlich aus: aktuelle Probleme erhöhen das Rückfallrisiko und waren mit einer erhöhten Arbeitslosenquote assoziiert. Die Angabe von einer psychiatrischen Vorgeschichte, wie Depressionen und Einnahme von Psychopharmaka in der Vergangenheit, ist mit einem geringeren Drogenbeikonsum assoziiert und kann somit, als protektiver Faktor definiert werden.
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<dc:date>2026-06-11T00:00:00Z</dc:date>
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<title>Das striatale Transkriptom der Chorea Huntington im Kontext von Verhalten, Umwelt und Alter: Implementierung eines netzwerkanalytischen Ansatzes im transgenen Tiermodell</title>
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<name>Kilzheimer, Alexander</name>
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<id>http://hdl.handle.net/10900/180666</id>
<updated>2026-06-11T10:35:58Z</updated>
<published>2026-06-11T00:00:00Z</published>
<summary type="text">Das striatale Transkriptom der Chorea Huntington im Kontext von Verhalten, Umwelt und Alter: Implementierung eines netzwerkanalytischen Ansatzes im transgenen Tiermodell
Kilzheimer, Alexander
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von environmental&#13;
enrichment (EE) auf transgene BACHD Ratten, welche ein murines Modell der Huntington-Erkrankung darstellen.&#13;
Angesichts der großen Variabilität von EE-Paradigmen mit im Allgemeinen positiven, aber teils&#13;
divergierenden Effekten werden zwei unterschiedliche Varianten von EE verglichen, die sich in&#13;
ihrem zeitlichen Aspekt unterscheiden. Die erste Variante besteht aus einem permanenten&#13;
environmental enrichment, während die Tiere in der zweiten Variante erst im späteren Verlauf&#13;
einem enriched environment exponiert werden. Aus translationaler Perspektive sollen diese&#13;
Ansätze zwei Szenarien modellieren und vergleichen, in denen HD-AnlageträgerInnen bereits&#13;
frühzeitig in Gesundheit bzw. Prodromalstadium einen mutmaßlich gesundheitsförderlichen&#13;
Lebensstil führen oder diesen erst später nach Krankheitsmanifestation adaptieren. Das&#13;
genutzte EE-Design intendiert eine Induktion von körperlicher Aktivität, kognitiver&#13;
Stimulierung und sozialer Interaktion. Zum besseren Verständnis der Verbindung zwischen&#13;
environmental enrichment und Progress des HD-Phänotyps wurde neben behavioralen&#13;
Messungen auch die striatale Genexpression zu zwei Alterszeitpunkten untersucht. Diese ist&#13;
von besonderem Interesse, da transkriptionelle Dysregulation einerseits einen wichtigen HD-&#13;
Pathomechanismus darstellt und bereits im Prodromalstadium mit striatalem Schwerpunkt&#13;
nachweisbar ist. Andererseits dient das Transkriptom&#13;
als zentrales Verbindungsglied, um Verhaltens- und Umwelteinflüsse in das zelluläre Programm&#13;
von Versuchstieren und HD-PatientInnen zu integrieren.&#13;
&#13;
Um den Effekt von Genotyp und environmental enrichment und auf das Krankheitsmodell zu&#13;
beurteilen, wurden drei Gruppen bestehend aus Wildtyp (WT) und transgenen Ratten (BACHD)&#13;
gebildet. Die erste Gruppe fungiert als Kontroll- und Referenzgruppe, in der die Tiere dauerhaft&#13;
in Standardkäfigen in einem standard environment (SE) gehalten wurden. Ein Teil dieser&#13;
Gruppe wurde nach sechs Monaten geopfert, der andere nach zwölf Monaten. Der Genotyp der&#13;
Versuchstiere stellt die einzige systematisch manipulierte Variable in dieser Gruppe dar,&#13;
wodurch prinzipiell Kausalaussagen über den Effekt der durch das Transgen modellierten HD-&#13;
Erkrankung möglich sind. Die zweite Gruppe aus WT und BACHD Ratten wurde nach&#13;
Trennung vom Muttertier dauerhaft in einem enriched environment gehalten und aufgrund der&#13;
frühen und lebenslangen Umweltmodifikation als EEfrüh bezeichnet. Sie dient der Evaluation&#13;
des Effekts einer möglichst frühzeitigen EE-Intervention und erlaubt in Verbindung mit der&#13;
Kontrollgruppe eine Betrachtung des Transgen-Effekts in Abhängigkeit von Haltungsbedingungen. Auch die Tiere dieser Gruppe wurden nach sechs bzw. zwölf Monaten geopfert. Die dritte und letzte Gruppe bestand schließlich aus WT und BACHD Tieren, die initial wie die SE-Kohorten unter Standardbedingungen gehalten wurden, bis sie nach sechs&#13;
Monaten einem enriched environment exponiert wurden, in dem sie weitere sechs Monate bis&#13;
zur Opferung lebten. Aufgrund des verzögerten environmental enrichment wird diese Gruppe&#13;
als EEspät bezeichnet und ermöglicht die Beobachtung, welchen Effekt ein EE zu einem späteren&#13;
Zeitpunkt im Leben der Tiere hat, zu dem sich der Transgen-Effekt bereits über einen längeren&#13;
Zeitpunkt entfalten konnte. Diese Tiere wurden nach zwölf Monaten geopfert. Nach sechs&#13;
Monaten fand anders als in den vorherigen beiden Gruppen keine Opferung statt, da die&#13;
Haltungsbedingungen bis dahin identisch zu denen der Kontrollgruppe waren. Sowohl zum&#13;
Sechs- wie zum Zwölfmonatszeitpunkt wurden Verhaltensmessungen durchgeführt und die&#13;
striatale Genexpression bestimmt. Zusätzlich wurde die Gewichtsentwicklung bis zur 22.&#13;
Lebenswoche verfolgt.&#13;
Mit dem vorgestellten Versuchsaufbau bearbeitet die vorliegende Arbeit folgende&#13;
Fragestellungen und Hypothesen:&#13;
I. Effekt des Genotyps: Welche Genotyp-induzierten Unterschiede finden sich&#13;
zwischen BACHD und Wildtyp Ratten in Phänotyp und striatalem Transkriptom?&#13;
- Hypothese 1.a (gerichtet): BACHD Tiere der Kontrollgruppe zeigen in Verhaltenstests insgesamt eine schlechtere Leistung als WT Tiere&#13;
- Hypothese 1.b (ungerichtet): BACHD Tiere der Kontrollgruppe weisen eine partiell differentielle striatale Genexpression im Vergleich zu WT Tieren der Kontrollgruppe auf&#13;
II. Effekt des Alters: Zeigen die beobachteten durch das Transgen vermittelte Veränderungen einen progressiven Alterseffekt?&#13;
- Hypothese 2.a (gerichtet): Die in 1.a angenommenen phänotypischen Unterschiede sind zum Zwölfmonatszeitpunkt ausgeprägter als zum Sechsmonatszeitpunkt &#13;
- Hypothese 2.b (gerichtet): In 1.b angenommene transkriptionelle Unterschiede zwischen den Genotypen sind zum Zwölfmonatszeitpunkt ausgeprägter als zum Sechsmonatszeitpunkt&#13;
III. Modulierbarkeit des Transgen-Effekts durch environmental enrichment: Lassen sich diese Transgen-induzierten Veränderungen durch das verwendete environmental enrichment reduzieren?&#13;
- Hypothese 3.a (gerichtet): Im Vergleich der SE Tiere mit beiden EE Gruppen zeigt sich in den Verhaltensdaten eine Interaktion von Genotyp mit Umwelt zugunsten eines geringeren Transgen-Effekts unter beiden EE-Bedingungen.&#13;
- Hypothese 3.b (gerichtet): Die in 1.b angenommene differentielle Expression zwischen den Genotypen liegt in beiden EE-Gruppen reduziert vor.&#13;
IV. Effekt eines früh oder spät einsetzenden environmental enrichment: Bestehen zwischen den beiden untersuchten Varianten des enriched environment Unterschiede in dessen Modifikation des Transgen-Effekts?&#13;
- Hypothese 4.a (ungerichtet): Der in 3.a angenommene Interaktionseffekt unterscheidet sich zwischen früherer und späterer EE-Exposition.&#13;
- Hypothese 4.b (ungerichtet): Die in 1.b angenommene differentielle Expression wird durch EEfrüh und EEspät unterschiedlich stark reduziert.&#13;
&#13;
Transgene Tiere präsentierten einen im Vergleich zum Wildtyp deutlich betroffenen Phänotyp,&#13;
der nicht relevant durch die unterschiedlichen Haltungsbedingungen beeinflusst wurde. Die am&#13;
stärksten beeinträchtigte Domäne fand sich im lokomotorischen Verhalten der Tiere während&#13;
der Dunkelphase des Tageszyklus. BACHD Ratten zeigten zu beiden Alterszeitpunkten ein&#13;
stark reduziertes Ausmaß lokomotorischer Aktivität. Deutliche mHTT-induzierte kognitive&#13;
Defizite zeigten sich ebenfalls sowohl in der jüngeren als auch der älteren Kohorte. Eine&#13;
moderate Steigerung Angst-bezogenen Verhaltens in BACHD-Ratten konnte zum&#13;
Zwölfmonatszeitpunkt beobachtet werden. Zusätzlich zeigten transgene Tiere eine verstärkte&#13;
Gewichtszunahme während der ersten Lebenswochen. In Gesamtschau stehen die erhobenen&#13;
Verhaltensdaten in Einklang mit der zugehörigen Hypothese.&#13;
Das auf den Tieren der SE12m Kontrollgruppe basierende Netzwerk der striatalen Koexpression&#13;
enthielt fünf in ihrer Expression signifikant vom Genotyp der Tiere beeinflusste Module. Die&#13;
Validierung des Netzwerks an internen wie externen murinen Expressionsdaten sowie an HD-&#13;
PatientInnen führte zur Selektion von zwei Modulen, die über alle betrachteten Datensätze als&#13;
konserviert angesehen werden konnten. Zusätzliche Evidenz für diese Auswahl ergab sich aus&#13;
einer Konvergenzvalidierung mit der einfachen differentiellen Genexpressionsanalyse. Die&#13;
differentielle Genexpression der Module betraf Gene, die insbesondere für gliale bzw.&#13;
neuronale Funktionen von Bedeutung sind. Für diese Gene zeigte sich ausnahmslos eine&#13;
geringere Expression in transgenen relativ zu Wildtyp Tieren. Diese Befunde stützen die in der&#13;
zugehörigen Hypothese angenommenen Zusammenhänge.&#13;
Die beobachteten phänotypischen Defizite transgener Ratten präsentierten sich zwischen den&#13;
betrachteten Alterszeitpunkten partiell progredient. Angst-bezogenes Verhalten lag zum Zwölf-&#13;
, nicht aber zum Sechsmonatszeitpunkt zwischen den Genotypen verändert vor. Kognitive&#13;
Defizite zeigten eine Tendenz zur Verschlechterung in der älteren Kohorte. Lokomotorische&#13;
Defizite schließlich waren in beiden Altersgruppen ähnlich stark ausgeprägt. Zusammengenommen lag bei älteren BACHD Ratten – wie in der aufgestellten Hypothese angenommen – ein im Mittel stärker beeinträchtigter Phänotyp vor.&#13;
Zum Sechsmonatszeitpunkt fand in den betrachteten Modulen in nur sehr geringem Maße&#13;
differentielle Expression statt. Die in der älteren Tierkohorte festgestellten deutlichen&#13;
transkriptionellen Unterschiede zwischen den Genotypen stehen hierzu in Kontrast. Im&#13;
Allgemeinen zeigte die Mehrheit der Modulgene eine altersassoziierte Änderung ihrer&#13;
Expressionsrate. Die betrachteten Pseudo-Trajektorien in den jeweiligen Modulen umfassten&#13;
im Wesentlichen dieselben Gene. BACHD Tiere konnten dabei tendenziell das Ausmaß der in&#13;
WT Tieren gezeigten Expressionsänderung nicht gleichermaßen nachvollziehen. Passend&#13;
hierzu deutete sich bei BACHD Tieren in Genen, die nur in Pseudotrajektorien eines der beiden&#13;
Genotypen enthalten waren, ein Nichtnachvollziehen von im Wildtyp beobachteten&#13;
Expressionsveränderungen an. Damit entsprechen die beobachteten den in der Hypothese&#13;
formulierten Änderungen.&#13;
Der Genotyp der Tiere hatte einen deutlichen Einfluss auf den beobachteten Phänotyp. Ein diese&#13;
Unterschiede modulierender Interaktionseffekt zwischen Genotyp und Haltungsbedingung&#13;
wurde in den Verhaltensmessungen nicht beobachtet. Vereinzelt zeigten sich milde bis moderate&#13;
Umwelteffekte, die dann stets beide Genotypen betrafen. Einzig in den PhenoMaster-Daten zur&#13;
Dunkelphase-Aktivität zeigte sich eine Interaktion beider experimentell manipulierter&#13;
Variablen. Diese ist allerdings auf Unterschiede zwischen den Wildtyp-Subgruppen&#13;
zurückzuführen und nicht auf eine veränderte Aktivität von transgenen Tieren in&#13;
unterschiedlichen Haltungsbedingungen. Insofern unterstützen die erhobenen Daten die&#13;
formulierte Hypothese nicht.&#13;
Die unter Standardbedingungen aufgetretene ausgeprägte differentielle Expression von&#13;
Modulgenen betraf unter beiden enriched environment Bedingungen nur vereinzelte Gene. In&#13;
Modul Cyan wurde Anzahl an differentiell exprimierten Genen je nach betrachtetem Vergleich&#13;
auf maximal vier und in Modul Purple auf maximal drei Gene begrenzt. Unter&#13;
Standardbedingungen wurden kontrastierend hierzu jeweils 84 (Modul Cyan) bzw. 65 Gene&#13;
(Modul Purple) in Abhängigkeit vom Genotyp unterschiedlich exprimiert. Dieser Ergebnisse&#13;
entsprechen damit dem in der Hypothese antizipierten Effekt.&#13;
Beide enriched environments unterschieden sich insgesamt nicht in ihrer Auswirkung auf den&#13;
Phänotyp transgener Tiere. Der angenommene modulierende Effekt der Haltungsbedingung&#13;
fand sich weder für frühes noch für spätes environmental enrichment. Die Hypothese kann&#13;
durch diese Ergebnisse daher nicht unterstützt werden. Sowohl frühes als auch spätes environmental enrichment konnte die&#13;
unter Standardbedingungen beobachteten mHTT-induzierten Expressionsänderungen stark reduzieren. Ein substanzieller Einfluss auf weitere Modulgene, die unter Standardhaltung keine&#13;
differentielle Expression aufwiesen, wurde nicht beobachtet. In Modul Purple wurde die&#13;
relative Änderung der Genexpression in transgenen Tieren in beiden enriched environments in&#13;
vergleichbarem Umfang reduziert. Beide Umweltinterventionen schienen damit den gleichen&#13;
normalisierenden Effekt auf die striatale Transkription gehabt zu haben. Für die Expression der&#13;
Gene in Modul Cyan zeigte sich ebenfalls für beide EE-Varianten ein entsprechender&#13;
angleichender Effekt, der unter später einsetzendem environmental enrichment stärker&#13;
ausgeprägt zu sein schien. Die beiden Umweltinterventionen scheinen daher im Sinne der&#13;
Hypothese zumindest partiell unterschiedlichen Einfluss auf die striatale Genexpression&#13;
ausgeübt zu haben.
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<dc:date>2026-06-11T00:00:00Z</dc:date>
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<title>Elektronische Software zur Berechnung der Antibiotikadosierung bei Niereninsuffizienz- Nutzen oder Schaden? Retrospektive Untersuchung</title>
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<name>Chrzanowska, Marta</name>
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<updated>2026-06-11T01:01:08Z</updated>
<published>2026-06-10T00:00:00Z</published>
<summary type="text">Elektronische Software zur Berechnung der Antibiotikadosierung bei Niereninsuffizienz- Nutzen oder Schaden? Retrospektive Untersuchung
Chrzanowska, Marta
Die Antibiotika der Betalaktam-Gruppe werden wegen ihres breiten Spektrums und gleichzeitig vergeichsweise günstigem Nebenwirkungsprofil häufig eingesetzt. Die empfohlenen Dosierungsschemata aller Antibiotika wurden in ihren Zulassungsstudien festgelegt. Diese berücksichtigen aber nicht ausreichend die komplexen pathophysiologischen Veränderungen der kritisch Kranken sowie den häufigen Einsatz eines Organersatzverfahrens. Gleichzeitig ist es gerade diese Patientengruppe, die von maßgeschneiderter Dosierungsstrategie besonders profitiert, um eine Resistenzbildung zu vermeiden sowie die Nebenwirkungen zu reduzieren. Die häufig verwendeten Dosierhilfen wie Ulmer oder Freiburger Liste sind zwar einfach anzuwenden, sie liefern allerdings nur ungenaue Ergebnisse, da ihre Empfehlung anhand grob abgestufter Nierenfunktion geliefert wird.&#13;
&#13;
Die elektronische, internetbasierte Software “Caddy” ist ein einfach anzuwendetes Tool zur Dosiskalkulation bei Niereninsuffizienz. Die individuelle Dosierung wird anhand des aktullen GFR Wertes und der Einstellungen des Nierenersatzverfahrens.&#13;
Auf der Station 39 wird als Goldstandard die kontinuierliche Gabe von Betalaktam-Antibiotika angewendet, die Dosis wird mittels Software “Caddy” kalkuliert. Die Messung des Antibiotikumspiegels mittels TDM wurde in einem externen Labor beauftragt. In dieser Untersuchung wurden die mit “Caddy” berechneten Dosierungen von Piperacillin/Tazobactam und Meropenem bei kritisch Kranken auf der Intensivstation ausgewertet und mittels Fischer 2-tail Test mit anderen Dosierungsmethoden verglichen. Die Daten wurden retrospektiv ausgewertet. Verglichen mit den in der Fachinformation empfohlenen Dosierungen zeigten die mit “Caddy” berechneten Dosen häufiger einen Spiegel im Zielbereich, was auf den Nutzen der computergestützter Software hindeutet, allerdings ohne statistische Signifikanz aufgrund kleiner Stichprobe. &#13;
Weitere Studien (z. B. Heil et al., Roberts et al.) bestätigen den Vorteil solcher Softwaresysteme für eine individualisierte Therapie. Sie betonen jedoch, dass Dosierungsprogramme stets im Kontext der klinischen Situation und mit regelmäßiger Spiegelkontrolle angewendet werden müssen.&#13;
&#13;
Die Pharmakokinetik ist bei kritisch Kranken hoch variabel. Diese Komplexität wird jedoch in den Dosierungshilfen nicht ausreichend abgebildet. In dieser Studie wurden mehrere Faktoren auf ihren möglichen Einfluss auf Antibiotikaspiegel mittels Spearmans Test untersucht. Die (Rest-)Nierenfunktion, die Urinausscheidung, die Dialyseparmeter, der Albuminspiegel, der Flüssigkeitshaushalt, die Leberfunktion sowie mögliche Verluste über die Drainagen spielen eine entscheidende Rolle, was in mehreren Studien bereits gezeigt wurde. In dieser Studie konnte eine statistisch signifikante Korrelation zwischen dem Antibiotikumspiegel und der Länge der Pause an dem Dialyseverfahren gezeigt werden.&#13;
&#13;
Das Therapeutische Drug Monitoring (TDM) dient der Bestimmung von Medikamentenspiegeln im Serum, um Wirksamkeit und Sicherheit zu optimieren.  Neuere Studien zeigen, dass TDM besonders bei kritisch Kranken wichtig ist, da durch die stark variable Pharmakokinetik häufig zu Unter- und Überdosierung kommen kann. TDM kann helfen, bakterielle Resistenzen und Toxizität zu vermeiden und die individuelle Therapie zu steuern.&#13;
In der vorgestellten Studie lagen die meisten gemessenen Spiegel im Zielbereich, doch traten bei Patienten unter Dialyse häufig Überdosierungen auf. In einem Spearmans Test zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen Dosisänderung und verändertem Serumspiegel, was TDM als präzises Steuerungsinstrument bestätigt.&#13;
Internationale Studien (z. B. DALI, TARGET, Richter et al.) zeigen, dass TDM die Wahrscheinlichkeit erhöht, therapeutische Spiegel zu erreichen, und teilweise die Heilungsrate verbessert. Ein klarer Nachweis für eine Senkung der Mortalität fehlt jedoch noch. Die Kombination aus individueller Dosierung, TDM und kontinuierlicher Infusion gilt heute als vielversprechendste Strategie.&#13;
Zukünftig sollen lernende Systeme wie AutoKinetics im Patientendatensystem integriert werden, um Dosierungen automatisiert und in Echtzeit zu berechnen. Der Aufbau eigener TDM-Strukturen im Zentrallabor ermöglicht eine zeitnahe Bestimmung der Antibiotikaspiegel und verbessert die Therapieüberwachung.&#13;
&#13;
TDM ist ein unverzichtbares Instrument für die sichere und wirksame Anwendung von β-Laktam-Antibiotika bei kritisch Kranken. Softwarelösungen wie “Caddy” sind wertvolle Unterstützungssysteme, ersetzen jedoch nicht die klinische Beurteilung. Eine Kombination aus TDM, individueller Dosierung und moderner Software ebnet den Weg zu einer präziseren, personalisierten Antiinfektivatherapie.
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<dc:date>2026-06-10T00:00:00Z</dc:date>
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<title>Recognition of social identities as a mechanism to increase the resilience of individuals, liberal democracies, and societies</title>
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<name>Babst, Axel</name>
</author>
<id>http://hdl.handle.net/10900/180623</id>
<updated>2026-06-11T01:01:15Z</updated>
<published>2026-06-10T00:00:00Z</published>
<summary type="text">Recognition of social identities as a mechanism to increase the resilience of individuals, liberal democracies, and societies
Babst, Axel
This Ph.D. thesis investigates how recognition of social identities may serve as a mechanism to increase the resilience of individuals, liberal democracies, and societies. This topic is highly relevant in political and societal terms due to the polycrisis of Western societies. I present a possible mechanism for overcoming the polycrisis in the form of the recognition of social identities to in-crease resilience. My dissertation makes three contributions to expand the current state of re-search. 1) From a theoretical perspective, I synthesize Tajfel and Turner's Social Identity Theory (SIT, 1979) with Honneth’s (1992) and Fukuyama's (2019) work on recognition. 2) Methodologically, I develop new items for measuring the recognition of occupational and social class identities. 3) Substantively, I demonstrate in three empirical, peer-reviewed journal articles the assumed connection between the degree of perceived recognition and indicators of resilience in relation to three different crises.&#13;
&#13;
The first paper shows that occupational groups that were particularly challenged during the pandemic (“essential” occupations, careworkers, “base workers”) did experience an increase in symbolic recognition, but that this did not translate into financial compensation. At the same time, it is evident that recognition of occupational identities promotes compliance with infection control measures, enhancing societal resilience during a pandemic. Study 2 addresses the rise of populism. It shows that a lack of recognition of social identities is a significant predictor of populist attitudes, which has hardly been discussed in the extensive literature on the causes of populism to date. In the third paper, I show that the recognition of social class identities correlates positively with the acceptance of climate change mitigation measures.&#13;
&#13;
Despite limitations (cross-sectional data, sample, selection of social identities), the results are promising and already provide a basis for relevant policy recommendations such as increasing the salaries of essential and base workers, involving citizens in policy design, and transparent and honest political communication that also takes citizens' needs into account. With my dissertation, I am making an important contribution to labor market research, and political sociology, and provide a foundation on which future research on the recognition of social identities and its effects on the resilience of individuals, liberal democracies, and societies can build.&#13;
&#13;
References:&#13;
Fukuyama, F. (2019). Identität: Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet (3. Auflage). Hoffmann und Campe.&#13;
Honneth, A. (1992). Kampf um Anerkennung: Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Suhrkamp.&#13;
Tajfel, H., &amp; Turner, J. C. (1979). An integrative theory of intergroup conflict. In S. Worchel &amp; W. G. Austin (Eds.), The social psychology of intergroup relations (pp. 33–47). Brooks Cole.
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<dc:date>2026-06-10T00:00:00Z</dc:date>
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